Vor ein paar Wochen hatte ich ein spannendes Gespräch über Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und die Suche nach innerem Frieden. Dabei ging es auch um ein positives Mindset und diese wackelnden Säulen, die unser Leben manchmal ganz schön ins Schwanken bringen. Im Laufe des Gesprächs habe wir über etwas gesprochen, das mich danach noch lange beschäftigt hat – ein Satz, der mich in eine regelrechte Gedankenspirale geschickt hat. Es geht um das Thema, warum dein Inneres genauso viel Training verdient wie dein Äußeres.
Von Kindern und Teenagern, die als „Anders" abgestempelt werden, zu Erwachsenen, die innerlich verkümmern
So oft beginnt der Kreislauf früh. Was in jungen Jahren als harmlose Bemerkung, gut gemeinter Rat oder gesellschaftliches Ideal daherkommt, kann tiefe Spuren hinterlassen.
Wenn der Fokus ausschließlich auf das Äußere gerichtet wird, bleibt wenig Raum, um das Innere wachsen zu lassen. Kinder und Jugendliche, die ständig mit ihrem Körper verglichen oder bewertet werden, entwickeln oft ein fragiles Selbstbild. Die innere Stärke, die eigentlich Halt geben sollte, bleibt auf der Strecke – und so wachsen sie zu Erwachsenen heran, die von Selbstzweifeln geplagt werden, sich in endlosen Vergleichen verlieren oder das Gefühl haben, niemals gut genug zu sein.
Denk mal drüber nach: Kinder, die als zu dünn, zu dick oder irgendwie „anders“ wahrgenommen wurden, hatten oft mehr mit Mobbing zu kämpfen als diejenigen, die dem Ideal der Gesellschaft entsprachen – normalgewichtig, nicht zu groß oder zu klein und mit einem gesunden Verhältnis zu ihrem Körper. Kinder, die in einem Umfeld aufwuchsen, in dem sie regelmäßig vollwertige Mahlzeiten bekamen, sich viel bewegten und das Äußere keine zentrale Rolle spielte, hatten oft eine stabilere Basis.
Doch das Problem geht über den Körper hinaus: Es betrifft auch Kleidung, Spielsachen und den sozialen Status. Wer nicht „mithalten“ konnte oder sich anders verhielt, wurde schnell zum Ziel. Kinder spüren früh, welche Werte und Normen in ihrer Umgebung zählen – und wenn diese stark aufs Außen fokussiert sind, prägt das ihr Selbstbild und ihr Verhalten.
Besonders diejenigen, die aufgrund ihres Aussehens ständig gehänselt wurden, entwickeln oft ein starkes Bedürfnis nach Selbstoptimierung. Natürlich nicht alle – keine Regel ohne Ausnahmen. Doch viele investieren irgendwann enorm viel Zeit, Nerven und Gedanken in ihr Äußeres: Diäten, Sport, Schönheitsoperationen – das volle Programm. Es geht darum, schöner, besser, unangreifbarer zu werden. Kurz gesagt: Geliebt und akzeptiert zu werden. Du hast noch die wackelige Säule im Hinterkopf? Gut, dazu gleich mehr.
Und was ist mit dem Inneren?
Genau da liegt das Problem. Wenn all deine Energie nur darauf verwendet wird, das Äußere zu optimieren, bleibt oft nicht viel für die innere Arbeit übrig. Der Schein mag nach außen gewahrt sein, doch innerlich? Da herrscht oft Chaos. Die Seele ist verletzt, vergiftet von den Worten und Taten, die man als Kind oder Teenager erlebt hat.
Das Verrückte ist, man sucht weiter im Außen nach Ruhe, Akzeptanz, Liebe – obwohl der wahre Frieden nur von innen kommen kann. Dieser innere Sturm, der in einem tobt, hört einfach nicht auf. Wann wird es besser? Wann kommt endlich Sonnenschein? Dieses innere Leuchten, das man bei anderen bewundert und sie so unfassbar attraktiv und anziehend macht?
Die Wahrheit ist: Dieses Strahlen hat weniger mit äußeren Merkmalen zu tun, sondern mit innerer Stärke. Mit Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und vor allem Selbstliebe. Nur wenn du anfängst, nicht nur deinen Körper, sondern auch dein Inneres zu „trainieren“, kannst du wirklich in Balance kommen.
Es ist auch völlig okay, auf Ernährung zu achten, Sport zu machen, die Haut zu pflegen, mal ein paar Strähnen in die Haare zu zaubern oder Geld zu verdienen und ein erfolgreiches Business zu führen. Doch dabei sollte das Innere nicht zu kurz kommen. Denn nur wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, kann dieses besondere Strahlen entstehen – das Leuchten, das wirklich attraktiv und liebevoll macht.
Wackelige Säule
Das lässt sich tatsächlich gut beobachten, finde ich. Menschen, die ihr Augenmerk fast ausschließlich auf das Äußere richten und das Innere dabei vernachlässigen, geraten bei der kleinsten Erschütterung ins Wanken. Selbstzweifel, Selbsthass und das Gefühl des Versagens überrollen sie. Gedanken wie „Es reicht wieder nicht. Ich bin nicht schön genug, nicht gut genug.“ schwirren durch den Kopf.
Das Problem liegt in der einseitigen Grundlage: Alles wurde auf eine einzige, wackelige Säule gebaut – das Außen. Und sobald diese ins Schwanken gerät, droht das gesamte Konstrukt einzustürzen. Dabei vergessen viele, dass echte Stabilität nur entsteht, wenn auch das Innere gestärkt wird – denn das ist die Säule, die uns in jeder Lebenslage tragen kann.
Zwischen den Zeilen
Wenn man aufmerksam ist, zwischen den Zeilen liest und ein feines Gespür für das Verhalten anderer entwickelt, wird schnell klar, wie stark Worte und Taten aus der Vergangenheit unsere Gegenwart und Zukunft formen.
Denk doch mal darüber nach: Kennst du jemanden, oder warst du vielleicht selbst betroffen, der in der Kindheit oder Jugend mit einem „Extrem“ konfrontiert war? Für diese Menschen war der Weg oft steiniger als für jene, die von der Gesellschaft als „normal“ wahrgenommen wurden. Auch wenn diese Begriffe subjektiv und wandelbar sind, leben wir in einer Welt, die von Idealen bestimmt wird – und das beginnt schon im Kleinkindalter. Es wird verglichen, gemessen und in einem unendlichen Konkurrenzkampf gewetteifert. Immer wird es jemanden geben, der schöner, jünger, erfolgreicher, reicher, größer oder kleiner ist.
Dieser Kreislauf kann durchbrochen werden, wenn wir früh ansetzen – oder wenn wir den Mut haben, auch zu einer späteren Einsicht zu gelangen: Indem wir jungen Menschen beibringen oder als Erwachsene lernen, dass wahre Schönheit, Stärke und Erfolg von innen kommen und dass es nicht die äußeren Maßstäbe sind, die ihren Wert definieren. Denn ein stabiles Fundament entsteht nicht durch äußeren Glanz, sondern durch innere Arbeit – Heilung, Selbstakzeptanz und das Verständnis für unsere Einzigartigkeit – die uns wirklich wachsen lässt. Wenn wir lernen, unser Inneres zu stärken, können wir mit der Außenwelt in Harmonie treten. Und genau das macht uns langfristig frei und glücklich.
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